Das ENACT-Austauschprogramm, das im Juli und August vom Österreichischen Rundfunk (ORF) veranstaltet wurde, konzentrierte sich auf die Dimensionen der Barrierefreiheit sowie Inklusion und deren öffentlichen Wert. Im Rahmen des mehrtägigen Arbeitstreffens diskutierten die ENACT-Projektpartner insbesondere über Produktionspraktiken und Verbesserungsvorschläge leicht verständlicher Nachrichtenangebote.
Innovative Projekte im Sinne von Public Value
Im Rahmen des ENACT-Austauschprogramms, das im ORF Mediencampus sowie den ORF Landesstudios in der Steiermark und in Wien stattgefunden hat, lag der Fokus auf leicht verständlichen Nachrichten. Das Programm bot zudem einen Überblick über die ORF-Richtlinien und Maßnahmen zum Abbau von Barrieren und der Steigerung von Inklusion.
Anna Mark, ENACT-Projektmanagerin im ORF, erklärte: „Das EU-Projekt ENACT ist eine Initiative, die den öffentlichen Wert leicht verständlicher Nachrichtenangebote verdeutlicht: Nachrichten sollen für möglichst alle zugänglich sein.“
Vielfältige ORF-Angebote in Einfacher Sprache
Das ENACT-Austauschprogramm bot wertvolle Einblicke in die Produktion sämtlicher ORF-Angebote in Einfacher Sprache. Und die Teilnehmer:innen erkundeten darüber hinaus die Produktion von Audiodeskription und Live-Untertitelung. Die Veranstaltung beinhaltete außerdem Vorträge der Austria Presse Agentur (APA) und der Behindertenorganisation Lebensgroß.
Zentrale Sitzungen befassten sich mit der Nachrichtenproduktion für Web, Radio und Fernsehen, wobei ein starker Schwerpunkt auf Barrierefreiheit und Inklusion lag. Diese Diskussionen ermöglichten einen Wissenstransfer und Austausch zu Best-Practice-Beispielen unter Medienfachleuten; mit dem Ziel, die Zugänglichkeit und das Verständnis von Nachrichteninhalten über verschiedene Medienplattformen hinweg zu verbessern.

Erkenntnisse, Empfehlungen und nächste Schritte
Das Programm endete mit mehreren Empfehlungen zur Produktion und Bereitstellung leicht verständlicher Nachrichten:
• Für Webinhalte wird die Integration eines Wörterbuchs und synthetischer Sprach-zu-Text-Technologie vorgeschlagen.
• Im Radio wird empfohlen, die Sprechgeschwindigkeit von achtzig Prozent mit betonenden Pausen zu etablieren, sowie die Synergie zwischen Radio- und Fernsehproduktion zu fördern.
• Für das Fernsehen wird zusätzlich zu den untertitelten Videos das Einbinden von Moderatoren und erklärenden Grafiken als ideal erachtet.
Diese Empfehlungen zielen darauf ab, die Zugänglichkeit und das Verständnis von Nachrichteninhalten weiter zu verbessern, um sicherzustellen, dass sie für alle Zielgruppen inklusiv und ansprechend sind. Alle Vorschläge werden in bevorstehenden Konsultationssitzungen als Teil des nächsten Arbeitspakets des EU-Projekts ENACT diskutiert und getestet.

